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„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


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12.8.2011 „Ein besonders sensibles Thema“

Es will einfach keine Ruhe einkehren auf der Wiese namens Budínka. Die sterblichen Überreste von deutschen Bewohnern der Iglauer Sprachinsel, die vermutlich im Mai 1945 nahe der Gemeinde Dobronín nordöstlich von Jihlava (Iglau) verscharrt worden sind, haben nun einen „Krieg gegen ein Kreuz“ ausgelöst, wie tschechische Medien vergangene Woche titelten. Wie kommt es dazu, dass in Dobronín, der Gemeinde, zu der die Budínka gehört, so heftig gestritten wird?

Rückblick: Dass etwa ein Dutzend Deutsche – die Angaben variieren – nach Kriegsende mit Hacken und Spaten erschlagen und auf der Wiese verscharrt worden sein sollen, war zwar unter den vertriebenen Iglauern bekannt. Dass die tschechische Kriminalpolizei schließlich Ermittlungen aufnahm, dafür sorgten allerdings erst im Sommer 2009 zwei tschechische Journalisten aus Jihlava. Ein Jahr später kam es zu Ausgrabungen. Mithilfe von DNA-Vergleichen mit den Angehörigen sollten die Toten identifiziert werden. Der Fall war damit allerdings noch lange nicht abgeschlossen.

Die Diskussion darüber, wie man mit dem „Tatort“ umgehen soll, löste im Ort Emotionen aus. Auf der Budínka stellte ein Bewohner aus der Umgebung – damals anonym – ein weißes, etwa vier Meter großes Holzkreuz auf. Dieses blieb nicht lange stehen. Im März dieses Jahres zerstörten es Unbekannte, kurz nachdem das Kreuz mit anti-deutschen Parolen beschmiert worden war. Die Reaktion folgte prompt. Im Mai stand plötzlich ein neues, größeres Kreuz, diesmal aus Eisen. Das wiederum hat jetzt die örtlichen Behörden auf den Plan gerufen. Weil kein statisches Gutachten eingeholt und keine Genehmigung vorgelegt wurde, müsse das Kreuz weichen, sagte der Leiter des zuständigen Bauamts in Polná, Pavel Koudela, der tschechischen Presseagentur – es sei denn, der Aufsteller reiche die geforderten Anträge und Gutachten innerhalb von 30 Tagen nach.

Dies will Milan Litavský nun machen. Mittlerweile wurde bekannt, dass Litavský, der eigentlich anonym bleiben wollte, der „geistige Vater“ der beiden Kreuze ist. Sollte sein zweites Kreuz nun stehen bleiben, wäre es wahrscheinlich das einzige Mahnmal, das an die Getöteten erinnern würde. Denn der Gemeinderat hatte im Februar darüber entschieden, dass es auf dem örtlichen Friedhof kein Denkmal für die Deutschen geben werde und dass die sterblichen Überreste, die aus der Budínka ausgegraben wurden, dort bestattet und die Namen der Identifizierten auf „normale“ Grabsteine geschrieben werden sollen wie bei den anderen Gräbern auch.

Der Bürgermeister will am liebsten einen Schlussstrich ziehen.

Wenn jemand ein Kreuz direkt auf der Wiese aufstellen möchte, sagte Dobroníns Bürgermeister Jiří Vlach (KSČM) gegenüber der Prager Zeitung, habe die Gemeinde nichts dagegen, solange er alle Vorschriften erfülle. Litavský habe das Kreuz jedoch ohne Erlaubnis aufgestellt: „Können Sie sich vorstellen, dass in Deutschland jemand auf dem Grund eines anderen ohne dessen Zustimmung, ohne statisches Gutachten und ohne Baugenehmigung ein ähnliches Objekt aufstellen darf? Ich nicht.“

Der kommunistische Bürgermeister wollte schon vor zwei Jahren einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte ziehen und betont, dass er bei dieser Haltung bleibe. Er hofft darauf, dass die Polizei bald die Abschlussergebnisse ihrer Untersuchungen bekannt geben wird und dass dann wieder Ruhe in seiner Gemeinde einkehrt.

Doch danach sieht es nicht aus. Vor drei Monaten wurden an anderer Stelle in Dobronín drei weitere Leichen und sterbliche Überreste gefunden, die mutmaßlich ebenfalls aus den Tagen nach Kriegsende stammen. Der Journalist Miroslav Mareš hat inzwischen für seine Berichterstattung im „Fall Budínka“ den Karel-Havlíček-Borovský-Journalistenpreis erhalten, der seit 1998 vom Tschechischen Literaturfonds vergeben wird. Die Auszeichnung zeige, dass der tschechischen Gesellschaft die Gräueltaten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gleichgültig seien, hatte Mareš dazu gesagt. Die Jury lobte, er habe mit seinen Recherchen zu dem Massaker in Dobronín „ein besonders sensibles Thema“ angepackt.


Von Corinna Anton

http://www.pragerzeitung.cz/?c_id=17687

 

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"Warum herrscht immer noch so große Angst davor, ein Kreuz zum Gedenken an ermordete Deutsche aufzustellen?" - Jan Šinágl, 17.8.2011

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