Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

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Citát dne

„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


SVOBODA  NENÍ  ZADARMO

„Lepší je být zbytečně vyzbrojen než beze zbraní bezmocný.“

Díky za dosavadní finanční podporu mé činnosti.

Po založení SODALES SOLONIS o.s., uvítáme podporu na číslo konta:
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Jan Šinágl,
předseda SODALES SOLONIS o.s.

Login Form

... ich nehme Bezug auf den vorgenannten Bescheid, von dem ich am 18.06.2011 Kenntnis erlangt habe, mit dem Sie meinen Antrag auf ordnungsgemäße Durchführung der Ermittlungen als erledigt und die beantragte DNA-Analyse für eine Altersbestimmung des oben bezeichneten Knochenfundes als ungeeignet ansehen. ...
Absender: SODALES SOLONIS o.s., Nejedlých 335, 267 53 Žebrák

Empfänger:
STA Rychnov nad Kněžnou
Stellvetretterin JUDr. Vladimíra Matějková
Javornická 1501
516 01 Rychnov nad Kněžnou

ID Datenkasten: uqvabkk


Schädelknochenfund in Jedlová im August 2010

Aktenzeichen: 2ZN 2059/2010-8
Ihr Bescheid vom 13.12.2010
Neuer Antrag auf Untersuchung


Žebrák 23. Januar 2012


Sehr geehrte Damen und Herren,


ich nehme Bezug auf den vorgenannten Bescheid, von dem ich am 18.06.2011 Kenntnis erlangt habe, mit dem Sie meinen Antrag auf ordnungsgemäße Durchführung der Ermittlungen als erledigt und die beantragte DNA-Analyse für eine Altersbestimmung des oben bezeichneten Knochenfundes als ungeeignet ansehen.

1.
Ich gebe Ihnen Recht, dass grundsätzlich durch einen DNA-Abgleich nur eine Identifikation der Knochen herbeigeführt werden könnte. Nach einem positiven Ergebnis im Abgleich mit dem Genmaterial der Angehörigen, wäre hier aber auch hinreichend nachgewiesen, dass es sich um die 1945 ermordeten Deutschen handelt. In diesem Fall wäre das positive Ergebnis einer DNA-Analyse also auch ein Hinweis auf das Alter der Knochen. Vorsorglich teile ich Ihnen mit, dass es genügend Personen gibt, die Ihr Genmaterial zur Verfügung stellen würden.

2.
Sie lehnen eine weitere kriminalistische Untersuchung mangels Verdacht des Vorliegens einer Straftat ab, indem Sie sich in Ihrer Begründung auf die Begutachtung des Zeugen Bohumir Dragoun berufen, wonach die gefundenen Schädelknochen  keine typischen Kopfschussmerkmale aufweisen, sowie auf die Aussage der Zeugin Cermakova, die lediglich von 21 Todesfällen weiß.

Diese Begründung ist meines Erachtens nicht ausreichend.

Die Feststellung des Sachverständigen Dragoun  ist nicht aussagefähig, weil er nur begutachtet hat, ob es sich bei den Löchern in den Schädeln um Schusseinwirkungen handelt. Es ist aber eine bekannte Tatsache, dass die Ermordeten im Adlergebirge auf unterschiedliche Art und Weise zu Tode kamen. Sie wurden erschossen, erhängt, ertränkt oder erschlagen. Ich hatte in meinem Schreiben vom 17.10.2010 auf die „Gewaltspuren“ aufmerksam gemacht. Insoweit verweise ich auf das von Ihnen sicherlich im Zuge der Ermittlungen erstellte Fotomaterial. Sollte Sie über keines verfügen, kann ich es gerne nachreichen.

Ebenso wenig führt die Aussage der Zeugin Cermakova weiter. Aufgrund eines anderen Strafverfahrens, liegt Ihnen bereits eine von Herrn Franz Kafinke erstellte Namensliste von 509 Vertreibungsopfern aus dem Adlergebirge vor. Diese Liste wurde 2002 über die deutsche Staatsanwaltschaft in Hof der tschechischen Staatsanwaltschaft in Brünn zugeleitet. Die in diesem Jahr erstellte Dokumentation des Filmmachers David Vondracek, die sich auf historische Quellen beruft, geht sogar von einer weitaus höheren Ermordungszahl aus. Sie selbst erwähnen, dass es in dieser Region zu ungesetzlichen Hinrichtungen kam. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, dass Sie zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte für eine Straftat sehen.

Bisher wurde das Alter des vorgenannten Knochenfundes lediglich durch eine Inspektion  festgestellt, nicht aber durch eine genaue Laboruntersuchung, wie sie heute möglich wäre.

3.
Aufgrund der Tatsache, dass bereits in der Vergangenheit Angehörige um Aufklärung der Ermordungen bemüht haben und stets dieselben Sachverständigen zu Rate gezogen wurden, beantrage ich nunmehr hilfsweise

-    eine Exhumierung der am 28.08 2010 auf dem Friedhof in Jedlova beerdigten Knochen vorzunehmen und
-   das Alter der Knochen von  einer unabhängigen Stelle anhand einer Untersuchung nach der Karbonmethode oder anderen geeigneten chemischen Untersuchungsmethode amtlich  feststellen zu lassen.

Erst danach kann eindeutig beantwortet werden, ob ein Zusammenhang des Knochenfundes mit den im Adlergebirge verübten Nachkriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit auszuschließen ist.

Von Zeugen wurde beobachtet, dass Angehörige des tschechischen Militärs Knochenumbettungen in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts in dieser Region vorgenommen haben. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Knochen auf das Friedhofsgelände in Tanndorf verlegt wurden.

Die Angehörigen der Ermordeten warten bis heute auf eine Antwort, was mit Ihren Angehörigen passiert ist und wo die menschlichen Überreste der Toten verblieben sind. Es ist nicht deren  Aufgabe, nach den Toten zu suchen, sondern Aufgabe der tschechischen Staatsanwaltschaft und Polizei, hier für eine Aufklärung zu sorgen.

4.
Vorsorglich bitte ich um Mitteilung, unter welchen Voraussetzungen Sie die Ermittlungen wieder aufnehmen würden.


Hochachtungsvoll

Vorsitzender SODALES SOLONIS o.s. (Bürgervereinigung)

Jan  Šinágl
- - - - - -

 

Aus einem Gespräch mit Schriftsteller Oto Filip

Es erinnert ein bisschen an unsere Beziehung zur kommunistischen Vergangenheit, um die wir uns jetzt so angestrengt bemühen, sie zu vergessen...

Ich glaube, dass die Tschechische Republik sich gerade in der gleichen Phase befindet, wie die Bundesrepublik vor 30 Jahren. Sie haben die Deutschen zwar nicht vergessen und auch nicht die Jahre 1933 bis 1945, aber sie wollen nicht darüber zu reden. Ich weiß nicht warum. Für uns tschechoslowakische Emigranten war es schockierend. Wir kamen nach Westdeutschland und glaubten, dass wir von Informationen über die Verbrechen der deutschen Väter überflutet werden. Weder in Zeitungen noch im Rundfunk oder Fernsehen war zunächst etwas darüber zu erfahren. Es wird euch aber auch einholen. Jetzt habt ihr noch andere Sorgen, z. B. das Militär und der Eintritt in EU. Aber ihr werdet sehen, wenn sich die Lage konsolidiert hat, dann wird die Frage nach den bolschewistischen Verbrechen und der kommunistischen Vergangenheit auf die Tagesordnung kommen. Im tschechischen Fernsehen, in der Zeitung und auch in der Literatur sollte schon jetzt die Zeugenschaft über diese schlimme Zeit zwischen 1948 und 1989 archiviert werden.

Sudetendeutsche und Tschechen sind nämlich mehr als nur Nachbarn, sie stammen aus einem Haus. Kann man das erkennen?


Sehr. Das habe ich kürzlich erfahren, als wir in Deutschland zum Sudetendeutschen Tag eintrafen, an dem ich mit meiner Frau teilnahm. Wir saßen in einem Saal und sahen mit Erstaunen rund um uns herum sudetendeutsche Omas und Opas mit Trachtentücher

. Jesusmarja, das sind eigentlich Tschechen, die deutsch sprechen!- wurde uns plötzlich bewusst. Sie unterscheiden sich eigentlich - bis auf die Sprache - nicht von uns. Sie waren uns sehr ähnlich und ich hatte Mitleid, dass sie das Schicksal für ihre Sünde in der Zeit der Nazis, so grausam bestraft hat.

Quelle: http://zpravy.idnes.cz/ota-filip-minulost-nas-vzdycky-dozene-dxv-/kavarna.aspx?c=A080321_151828_kavarna_bos

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Vor dem Krieg und vor allem während des Krieges sind viele Dinge geschehen, die wir nicht vergessen sollten. Sei es die Vertreibung aus Grenzgebieten, die KZs, die Massenhinrichtungen nach dem Attentat auf Heydrich und die Vernichtung von Lidice. Aber dann kam Ende des Krieges und nun waren wir es, die Tschechen und Mährer, die deutsche Dörfer auslöschten, die den Todesmarsch von Brünn zur österreichischen Grenze organisierten, Hinrichtungen ohne Gericht in Prag, Postelberg, und an vielen anderen Orten durchführten. In Sommer 1945 wurde es als gute Unterhaltung betrachtet, "seinen" Deutschen (Mann, Frau, Kind) zu töten und daran haben auch Kinder teilgenommen. Unter der Anwendung des Kollektivschuldprinzipes haben wir auch die Menschen vertrieben, deren einzige Schuld ihre deutsche Nationalität war, die mit  dem Nationalsozialismus nichts gemeinsam und sich in keiner Weise schuldig gemacht hatten. Die deutsche Bevölkerung stand plötzlich ohne jeglichen Rechtsschutz da, man konnte sie, ohne Strafe befürchten zu müssen, berauben, vergewaltigen, misshandeln und sogar töten. Das ist schon 66 Jahre her. Ich sehe keinen Grund, warum wir uns bei den Deutschen für die begangenen Verbrechen und Ungerechtigkeiten nicht entschuldigen sollten, wenn sie sich doch bei uns entschuldigt haben. Wir müssen in die Zukunft schauen und nicht in der Vergangenheit nörgeln, das ist kontraproduktiv. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die Deutschen ihre Kriegsverbrecher verurteilt haben, während unser Präsident Benesch alle nach Kriegsende begangenen rechtswidrigen Taten (oftmals Verbrechen gegen die Menschlichkeit) einfach amnestierte... Wir können nicht die Gerichtsurteile der Nürnberger Prozesse gutheißen und andererseits über unsere eigenen Verbrechen zu schweigen. Ich schlage vor, Präsident Edward Benesch zum Kriegsverbrecher zu erklären.

Man sollte den Beschluss des Parlaments, dass sich diese Individuen  "um den Staat verdient“ gemacht haben, widerrufen. Man sollte beschließen, dass Edward Benesch ein Verbrecher ist, der sich um Massenmorde "verdient" gemacht hat. In Lidice sind 350 Menschen gestorben. Wer wird dreht einen Film über 35.000 ermordete Sudetendeutsche?  


Jaromír Demek, 29.1.2012

(http://cs.wikipedia.org/wiki/Jarom%C3%ADr_Demek J.S.)

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Mit dem Wort "Sünde" habe ich Problem. Mir ist immer noch nicht klar, wer und wieviele Sudetendeutsche "gesündigt" haben? Es gab sicherlich welche. Aber die Verbrechen waren lange vor der Nazizeit geplant. Schon zu Beginn des 20. JAhrhundert war doch beabsichtigt, die Tschechen von den Sudetendeutschen zu "reinigen". Da hat das ganze angefangen. Auch die Zahl der Ermordungen stimmt wohl nicht. Vor 2 Jahren hat man in der Tschechischen Republik von 15.000 gesprochen. Vor kurzem habe ich gelesen, dass es nach neuesten Erkenntnissen 165.000 waren. Adrian von Arburg, junge schweizer Historiker, meinte, es könnten schon 170.000 gewesen sein. Na ja, um diese Zahl werden sich die Historikerkommissionen wohl noch länger streiten...

 

Jan Šinágl, 2.2.2012

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