Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

Strojový překlad

Nejnovější komentáře

  • 02.03.2021 08:33
    Jak rikame v Indii; Atcha! Asi vis, nesetkava se muj ...

    Read more...

     
  • 02.03.2021 08:29
    Vážený pane Šinágle, jak je vidět, oba dva uctíváme ty správné ...

    Read more...

     
  • 02.03.2021 08:25
    Ke dni 2. února byla vakcína Sputnik V. jedinou, při ...

    Read more...

     
  • 01.03.2021 17:24
    Pane Šinágle, jsem hltavým způsobem nucen číst Vaše články. Jsem ...

    Read more...

     
  • 01.03.2021 17:08
    ... Před chvílí jsem vylezl z další dávky chemoterapie s tím ...

    Read more...

     
  • 01.03.2021 09:27
    Co všechno se dnes píše o Trumpovi, Bidenovi, mluvčí a ...

    Read more...


Portál sinagl.cz byl vybrán do projektu WebArchiv

logo2
Ctění čtenáři, rádi bychom vám oznámili, že váš oblíbený portál byl vyhodnocen jako kvalitní zdroj informací a stránky byly zařazeny Národní knihovnou ČR do archivu webových stránek v rámci projektu WebArchiv.

Citát dne

„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


SVOBODA  NENÍ  ZADARMO

„Lepší je být zbytečně vyzbrojen než beze zbraní bezmocný.“

Díky za dosavadní finanční podporu mé činnosti.

Po založení SODALES SOLONIS o.s., uvítáme podporu na číslo konta:
Raiffeisen Bank - 68689/5500
IBAN CZ 6555 0000000000000 68689
SWIFT: RZBCCZPP
Jan Šinágl,
předseda SODALES SOLONIS o.s.

Login Form

Am  17./18. Februar fand von der Deutsch-Polnische Gesellschaft an der freien Universität Berlin eine Tagung unter dem Titel „Ist Vertreibung Unrecht“ statt. Schon die Überschrift dieser Veranstaltung suggeriert, dass man Zweifel am „Unrecht“ der Vertreibung haben darf. Welcher Vertriebene sollte sich durch diese Headline nicht verletzt fühlen. Eines ist klar: durch die irreführende Kontextbetrachtung der letzten Jahre bleibt die individuelle Unrechtserfahrung deutlich auf der Strecke. Auch hat man geradezu den Eindruck, dass sich in wissenschaftlichen Kreisen die Kollektivschuldzuweisung durchgesetzt hat. Wen wundert es, dass der Teilnehmer der Veranstaltung Koch zu dem Fazit gelangte: “Die Deutsche  haben sich selbst vertrieben“?

 

Als Tscheche, der sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik beschäftigt und als Anhänger der deutschen Rechtsordnung, irritiert mich, dass in Deutschland solchen Veranstaltungen nicht Einhalt geboten wird. Der Titel dieser Veranstaltung zeigt nur zu deutlich, wie zukünftig mit diesem Thema umgegangen werden soll. Die unter der Vertreibung stattgefundenen Menschenrechtsverletzungen sollen außer Betracht bleiben. Die ehemalige SPD Parlamentarierin Herta Däubler-Gmelin versuchte in ihrem Vortragspart, den emotionalen Störfaktor „Heimatverlust“ aus der Welt zu schaffen mit dem Argument, dass die Vertriebenen ja eine „neue Heimat“ gefunden hätten. Aus dem Munde einer Juristin klingt diese These nicht nur absurd, sie hat auch Auswirkungen. Selbstverständliches muss nämlich immer wieder neu erklärt werden. Auf diese Weise kann man einer Stellungnahme zu den Menschenrechtsverletzungen, die den Vertreibungsablauf kennzeichneten, ausweichen und auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben.

Durch sprachliche Spitzfindigkeiten werden immer neue Wege gefunden, die Vergangenheitsbewältigung zu konterkarieren. Das blockiert letztendlich auch den Fortschritt der tschechischen Aufarbeitung, der in letzter Zeit gute Ansätze zeigte. Wie sollen bei einem tschechischen Staatsbürger ein Unrechtsbewusstsein und das Bedürfnis nach Vergangenheitsbewältigung entstehen, wenn in Deutschland in wissenschaftlichen Veranstaltungen das Unrecht der Vertreibung in Frage gestellt wird?

Moralische Themen sollen wissenschaftlich „versachlicht“ werden. Aber wie will man Mord und sonstige Exzesse der Vertreibung ohne juristisches Verfahren auf eine sachliche Ebene bringen? Damit haben auch Wissenschaftler ein Problem. Mit immer neuen Ideen versuchen sie die emotionalen Stolpersteine, die juristisch nicht aufgearbeitet werden durften, „wissenschaftlich“ aus dem Weg zu räumen. Ihre Antworten beziehen sich längst nicht mehr auf die Geschichte derer, die sie erlebt haben. Traurig ist, dass die vielen „Makulaturveranstaltungen“ zum Thema Vertreibung obendrein von Bundesgeldern finanziert werden.

Sicherlich gibt es unterschiedliche subjektive Wahrnehmungen in der Tschechischen Republik und Deutschland. Darüber kann man diskutieren. Aber es gibt nur eine Wahrheit.

Die Deutschen wissen nur zu gut, wie wichtig die detaillierte Aufarbeitung ihrer Nazivergangenheit für die nachfolgende Generation ist. Soll Tschechien dieser Prozess verwehrt werden? Erfreulicherweise treffe ich mehr und mehr deutsche Vertreibungsnachkommen, die diesen Trend nicht länger hinnehmen wollen. Sie kritisieren die angestrebte „biologische Lösung“, die nur das eine Ziel hat, das Aussterben der Erlebnisgeneration „auszusitzen“. Sie meinen, dass die Abschaffung der Benesh-Dekrete überfällig ist und Tschechien das Vertreibungsunrecht endlich moralisch dokumentieren sollte. Das kann ich nur unterschreiben. Für Tschechien wäre die Befreiung von diesen Unrechtgesetzen  ein bedeutungsvoller Schritt in eine hoffnungsvolle Zukunft. Daran sollte jeder, der sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt,  Interesse haben.

http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/media/termin_ressourcen/2012_we2_wannseekonferenz.pdf

http://www.neues-deutschland.de/artikel/218961.kein-verbrechen-rechtfertigt-ein-neues.html

http://hausderheimat.npage.de/prof-de-zayas-zur-berliner-tagung.html

http://hausderheimat.npage.de/verhoehnung-der-vertriebenen-ergebnis-der-berliner-tagung.html

 

Jan Šinágl, 23.2.2012

Aktualisiert 26.2.2012

 

 

 

1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
Share

Komentovat články mohou pouze registrovaní uživatelé; prosím, zaregistrujte se (v levém sloupci zcela dole)