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„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


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Tschechische Polizisten haben auf einer Wiese bei Bergersdorf ein Massengrab entdeckt. Vermutlich handelt es sich um die Überreste deutscher Bauern, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ermordet wurden. 65 Jahre lang war ihr Schicksal ungeklärt.

In der tschechischen Gemeinde Dobronin bei Jihlava fiel am Montag nach 65 Jahren eine Mauer des Schweigens zusammen. Gestürzt haben sie der örtliche Journalist Miroslav Mares und die deutsche Buchautorin Herma Kennel. Vor einem Jahr erstatteten sie bei der mährischen Polizei Anzeige gegen Unbekannt. Tschechische Ermittler hielten ihren Verdacht für begründet, dass auf einer Wiese der einstigen Iglauer Sprachinsel in der Nacht zum 20. Mai 1945 mindestens elf, möglicherweise auch fünfzehn wahllos zusammengetriebene deutsche Bauern von betrunkenen tschechischen Revolutionsgardisten massakriert und verscharrt wurden.

Nach gründlichen Ermittlungen rückten sie in dieser Woche mit Geo-Radar an und wurden gleich fündig: Nicht einmal einen Meter unter der Oberfläche des vermuteten Massengrabes kamen die ersten menschlichen Überreste zum Vorschein. Archäologen setzen dort nun die Ausgrabungen fort. Dann kommen Kriminalisten in Speziallabors an die Reihe, um den Todeszeitraum zu bestimmen und DNA-Proben zu vergleichen.
Denn diese Toten haben in Deutschland aus Tschechien vertriebene Angehörige, die um sie trauern und bis heute nicht einmal Blumen an ihre Gräber legen konnten. Das dürfte sich jetzt, sechseinhalb Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, ändern.

Gibt es nochTausende Gräber?

„Sag mir, wo die Gräber sind“, so heißt der Fernsehfilm, an dem der tschechische Dokumentarfilmer David Vondracek derzeit arbeitet. Seiner Überzeugung nach gibt es in Tschechien noch Tausende Gräber deutscher Opfer der so genannten „wilden Vertreibung“ in den ersten Wochen und Monaten nach dem Krieg, über die in Tschechien bis heute der Schleier des kollektiven Vergessens liegt. Offiziell galten diese Opfer nach dem Krieg als vermisst. Ihre Anzahl schätzt die deutsch-tschechische Historikerkommission auf 20 000 bis 40 000. Schätzungen der Vertriebenenverbände liegen weit höher.

In letzter Zeit kommt die Diskussion darüber auch in Tschechien in Fahrt. David Vondracek, dessen Fernsehdokumentation „Töten auf Tschechisch“ im Mai im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen lief und das Publikum mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen einer brutalen Hinrichtung deutscher Männer in Zivilbekleidung mitten in Prag konfrontierte, ist kein Einzelfall. Für Aufsehen sorgte in diesem Jahr auch Katerina Tuckova mit ihrem Buch „Die Vertreibung von Gerta Schnirch“, das sich mit dem Brünner Todesmarsch auseinandersetzt. Ihre Motive beschreibt sie simpel: „Ich wollte die Geschichte der Stadt, in der ich lebe, erforschen“, sagte sie am Tag des Massengrabfundes im tschechischen Fernsehen, als der Moderator der Frage nachging, ob solche Entdeckungen wie jetzt bei Jihlava wohl eine Wende in der immer noch in Tschechien vorherrschenden Sichtweise bewirken könnten, dass es sich zwar um bedauernswerte, aber verständliche Folgen eines von Deutschland entfesselten Kriegs handele. Die Antwort der jungen Kunsthistorikerin aus Mähren war eher skeptisch: Bei ihren Lesungen merke sie, dass die Älteren meistens bei der gängigen Überzeugung bleiben. Die Jüngeren jedoch wollen erfahren, was wirklich geschah. Allerdings nur, sofern sie sich für die Geschichte überhaupt interessierten.

Dass es möglichst viele tun, darum bemüht sich die Studentengruppe „Antikomplex“ mit dem Projekt „Verschwundenes Sudetenland“. Die Idee ist einfach wie beeindruckend: Eine Gegenüberstellung historischer Fotos von sudetendeutschen Dörfern und neuer Aufnahmen, auf denen, wie im tschechischen Grenzland so oft, verwilderte Natur vorherrscht.

Dobronin ist jedoch kein vernachlässigtes Grenzdorf. Der Gemeinde ist zwar durch ein undeutliches Zentrum immer noch anzusehen, dass sie vor 65 Jahren aus zwei Dörfern bestand, dem Deutsch Schützendorf und Dobrenz, die Häuser allerdings machen einen geordneten Eindruck. Was dort am 19. Mai 1945 geschah, sollte für immer das Gras auf der nahen Wiese verdecken. Als dort in den 80-er Jahren der LPG-Traktorist Vaclav Slama bei Entwässerungsarbeiten einen menschlichen Schädel herausholte, schüttete er die Fundstelle wieder mit Erde zu.

Die einzigen Zeugen mussten schweigen

Aus dem Gedächtnis von Zeitzeugen und deren Familien waren die Ereignisse der damaligen Nacht nicht zu löschen. Doch wer in Dobronin wohnen bleiben wollte, berichtet Journalist Miroslav Mares, musste schweigen. Die Täter, nach dem Krieg meistens zu örtlichen Parteibonzen und Mitarbeitern der kommunistischen Geheimpolizei aufgestiegen, wussten die Dorfbewohner mit Angst und Terror in Schach zu halten.

Bis heute trägt es Früchte. Die Buchautorin Herma Kennel hat in ihrem sorgfältig recherchierten Buch „BergersDorf“ nicht nur das Massaker an deutschen Bauern in Dobronin aufgearbeitet, sondern auch die Vorgeschichte des nahe liegenden Ortes Bergersdorf, der 1943 vom Himmlers Gefolgsmann Gottlieb Berger den Titel SS-Dorf verliehen bekam. Im Mai 1945 wurde das den deutschen Bauern in der Region wohl zum Verhängnis. Das Buch las der Traktorist Slama nicht und hat es auch nicht vor. Dennoch verabscheut er Frau Kennel aufs Schärfste. Weil sie herumstochert. Und weil sie Deutsche ist. Der Krieg geht weiter…

In Dobronin lebt heute keiner der Täter mehr. Robert Kautzinger, der einzige noch lebende Tatverdächtige und Sohn des angeblichen Initiators des Massakers, wohnte lange in Iglau. Er ist 82 und erinnert sich an nichts.

 

Passauer Neue Presse: 18.08.2010

Von Ludmila Rakusan

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