Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

Strojový překlad

Kalendář událostí

po srp 20 @17:00 - 10:00PM
Havlíčkův Brod: vernisáž SRPEN ´68
út srp 21 @15:00 -
Plzeň ČRo: vzpomínka na SRPEN ´68
út srp 21 @19:00 - 09:00PM
KVH o Srpnu ´68
čt zář 06 @09:30 -
MS Praha: FÚ versus Alba a.s., kauza Altner
so zář 08 @10:00 -
Zhůří: Kříž Smíření
čt zář 13 @14:00 -
SVIT, Slovensko: pojmenování školy po Janu A.Baťovi

Nejnovější komentáře

  • 18.08.2018 07:31
    Pane Mikolášku, bohužel odkaz není funkční? Prosím o zaslání ...

    Read more...

     
  • 18.08.2018 07:16
    Vážený pane Pánku, první zpráva, potomci JAB o tom moc neví.

    Read more...

     
  • 18.08.2018 06:37
    www.mikolasek.net/cz/68 ..třeba Vas napadne, koho na můj ...

    Read more...

     
  • 17.08.2018 22:45
    Vážený pane Pánku, děkuji Vám. Poptám se, věřím, že se někdo ...

    Read more...

     
  • 16.08.2018 17:19
    Dobrý den Mám pouze dotaz na osud pamětí p. Dr. V.Krejčího ( ...

    Read more...

     
  • 16.08.2018 15:55
    Doplňuji informace pana Vrbíka - Jan A.Baťa zachránil stovky ...

    Read more...


Portál sinagl.cz byl vybrán do projektu WebArchiv

logo2
Ctění čtenáři, rádi bychom vám oznámili, že váš oblíbený portál byl vyhodnocen jako kvalitní zdroj informací a stránky byly zařazeny Národní knihovnou ČR do archivu webových stránek v rámci projektu WebArchiv.

Citát dne

„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


SVOBODA  NENÍ  ZADARMO

„Lepší je být zbytečně vyzbrojen než beze zbraní bezmocný.“

Díky za dosavadní finanční podporu mé činnosti.

Po založení SODALES SOLONIS o.s., uvítáme podporu na číslo konta:
Raiffeisen Bank - 68689/5500
IBAN CZ 6555 0000000000000 68689
SWIFT: RZBCCZPP
Jan Šinágl,
předseda SODALES SOLONIS o.s.

Der tschechische Politiker Karel Kramář (1860-1937) erinnerte seine Landsleute im Dezember 1918 an ihre Pflichten: „Wir sind es, die verlangen, dass die Deutschen bei uns bleiben. Auf alle Ewigkeit, solange diese Republik besteht, sollen sie mit uns leben, und so müssen wir auch Rücksichten auf die Psychologie des deutschen Volkes nehmen … Vergeltung ist kein Programm … wir haben unseren Deutschen versprochen, dass wir sie weder national, noch kulturell oder wirtschaft-lich unterdrücken werden, und das müssen wir auch einhalten. Ich bitte, dass es nirgends zu Gewalttaten kommt und schäme mich bis in die Tiefe meiner Seele, wenn man deutsche Aufschriften beseitigt oder verbietet, deutsch zu sprechen.“ (zit. nach Christian Willars, Die böhmische Zitadelle, S. 237)

* * *

„Die Sudetendeutschen wurden vertrieben, weil es den Tschechen angeblich nicht zuzumuten war, mit ihnen weiter zusammenzuleben. Bei tschechischen Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen, die 1948, 1968, 1989 nach Deutschland kamen, hatte sich diese Empfindlichkeit gelegt.“ (Toni Herget)

 * * *

Das aktivistische Memorandum von 1937 Am 28.Januar 1937

legte Ludwig Czech, Gesundheitsminister der CSR und Vorsitzender der deutschen Sozialdemokraten, seinem Ministerpräsidenten, Milan Hodza, ein Memorandum vor. Darin forderte er Abhilfe gegen die Benachteiligungen der Sudetendeutschen. Czech konnte auf das Wohlwollen der Regierung hoffen, denn nach den „Erdrutschwahlen“ des Jahres 1935 schien auch einigen Tschechen eine „demokratische Gegenoffensive“ nötig. Als „undemokratisch“ galt dabei die SdP (Sudetendeutsche Partei), die allerdings nur das Ergebnis des undemokratischen Verhaltens der „Altparteien“ war. Man denke nur an die ungerechte Wahlkreisgeometrie oder an Stichworte wie Reversdemokratie, Petka oder Wahlbataillone. Als Hodza das Memorandum am 18. Februar 1937 seinem Ministerrat vorlegte, wurde es gebilligt.

Die Sudetendeutschen waren voll freudiger Erwartungen und übersahen bereitwillig zwei Merkwürdigkeiten. Hodza hatte dem Ministerrat nur vier der sieben Punkte Czechs vorgelegt, weil er die anderen nicht für konsensfähig hielt, und er unterließ es auch, den Regierungsbeschluss zu veröffentlichen. Man sprach abwiegelnd von einem gentlemen`s agreement. Den Sudetendeutschen gingen die Augen erst im Laufe des Jahres 1937 auf, als die Vereinbarungen weitgehend folgenlos blieben. Den Tschechen fehlten sowohl der Wille als auch die Möglichkeiten, das Steuer zügig herumzureißen. Jetzt rächte sich die zwanzigjährige Ausgrenzung der Deutschen. Im öffentlichen Dienst waren alle Stellen durch Tschechen blockiert und im Wirtschaftsleben waren die sudetendeutschen Strukturen wenn nicht ausgelöscht, so doch schwer angeschlagen, etwa durch die Nichtanerkennung der Kriegsanleihen oder die Bodenreform. Bei der Masse der Sudetendeutschen riss allmählich der Geduldsfaden. Es verbreitete sich die Überzeugung, dass eine Lösung nur noch „vom Reiche her“ möglich sei. Unter diesem Eindruck stand auch Henlein, als er im November 1937 seinen berüchtigten Brief an Hitler schrieb (von dem aber nicht feststeht, ob ihn Hitler jemals gelesen hat). Das Czech-Memorandum hätte die letzte Chance für ein gedeihliches Zusammenleben sein können. Aber die Tschechen hatten in den vorhergehenden Jahren den Bogen überspannt, sie hatten sich, um es salopp zu sagen, schlicht „verzockt“. Das Memorandum wurde von den Vorsitzenden aller drei aktivistischen Parteien, Dr. Czech (Sozialdemokraten), Spina (Agrarier) und Zajiek (Christliche Volkspartei) unterzeichnet. Verfasser war aber Dr. Czech. Es ist für die Nachwelt ein guter Beleg für die Lage der Deutschen in der CSR. Besonders abstoßend ist, dass die Behörden selbst in der Jugendfürsorge das Tschechisierungsziel nicht aus den Augen verloren haben und wehrlose deutsche Kinder tschechischen Vormündern zuwiesen (sh. unten Punkt 3!). Hier nun der Wortlaut: „Um der Verständigung der Völker unseres Staates zu dienen und damit eine Grundlage für die friedliche Zusammenarbeit aller Nationen zu schaffen, überreichen die deutschen Koalitionsparteien folgende, aus den Lebensbedürfnissen des deutschen Volkes dieses Staates erwachsenen Forderungen:

1. Arbeitsbeschaffung

Organisierung des Investitionsdienstes unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der gesamten Bevölkerung. In diesem Sinne Zuteilung der Staatsaufträge nach den Bedürfnissen aller Nationen des Staates unter besonderer Berücksichtigung der durch die Wirtschaftskrise betroffenen Gebiete.

Gesetzliche Sicherung der Heranziehung der örtlichen Arbeiter und Angestellten zu den in ihrem Lokalbereich durchzuführenden öffentlichen Arbeiten.

2. öffentlicher Dienst

Sicherung der Anstellungs- und Vorrückungsmöglichkeiten für die Angehörigen aller Nationen sowohl für den Bereich des öffentlichen Dienstes als auch der öffentlichen Betriebe. All dies nach Maßgabe des Anteils jeder Nation an der Gesamtbevölkerung des Staates.

Sicherung der Bedürfnisse der nationalen Siedlungsgebiete durch Bestellung von öffentlichen Angestellten und Arbeitern derselben Volkszugehörigkeit.

Beschränkung der Sprachprüfungen auf den faktischen Bedarf und dies wieder unter Bedachtnahme auf den durch den Prüfungswerber in Betracht kommenden Dienst. Abschaffung aller Prüfungswiederholungen nach erfolgter Anstellung, Einräumung von Erleichterungen bei der Ablegung der Prüfung, Beschaffung der notwendigen Prüfungs- und Dienstbehelfe.

3. Jugendfürsorge

Ausbau der Jugendfürsorge nach dem Grundsatz: Jedem Kind den Fürsorger (Vormund), die Pflegestelle und die Schutzkörperschaft s e i n e r Nation.

Gesetzliche Regelung der sozialen und gesundheitlichen Fürsorge für das Kind und die Jugend durch Sicherung ihrer Betreuung durch die eigene Nation. Gesetzliche und finanzielle Fundierung der bestehenden Fürsorgeeinrichtungen und ihrer erforderlichen Ausgestaltung.

4. Schule und Kultur

Gesetzliche Sicherung des Unterrichts für jedes Kind in der Sprache seiner Nation. Sicherstellung einer genügenden Zahl von gut ausgestatteten und leicht erreichbaren Schulen für die Kinder jeder Nation.

Ausbau der Schulorganisation unter Anknüpfung an die bestehenden und unter Weitergestaltung derselben nach den kulturellen Notwendigkeiten jeder Nation, und zwar innerhalb der Schulbehörde als auch der Schulräte in allen ihren Gliederungen und Instanzen. Finanzielle Sicherung der bestehenden Kultur- und Volksbildungseinrichtungen, sowie ihrer den Bedürfnissen jeder Nation Rechnung tragenden Ausgestaltung.

5. Sprache

Anpassung des Sprachgebrauchs nach den für den Verkehr mit den Gerichten, Behörden, Ämtern und öffentlichen Betrieben bestehenden Notwendigkeiten und Interessen der Bevölkerung.

Regelung des Sprachgebrauchs der öffentlich-rechtlichen Korporationen nach ähnlichen Gesichtspunkten. Dementsprechende Ergänzung der sprachrechtlichen Normen unter gleichzeitiger Nutzbarmachung aller in den bestehenden Gesetzen vorgesehenen Erleichterungsmöglichkeiten.

Beseitigung des Artikels 52 der Durchführungsverordnung zum Sprachengesetz (der den direkten Verkehr der Zentralstellen mit den Parteien in deren Sprache erschwerte). Gleichzeitige Sicherstellung des direkten Verkehrs der Zentralstellen mit den Unterstellen und Parteien (bei Intimaten etc.).

Ausstattung aller Zentralstellen mit den entsprechenden Dolmetschämtern zur Ermöglichung aller im Vorstehenden bezeichneten Vorkehrungen.

6. Parlament

Ermöglichung der Ausübung der parlamentarischen Funktionen, wie etwa des Berichterstatters, durch die Angehörigen aller Nationen des Staates. Schaffung der notwendigen Spracherleichterungen.

Ausdehnung der vom Parlament beigestellten Übersetzungen auf alle parlamentarischen Materialien und insbesondere auch auf den Motivenbericht der Regierungsvorlagen.

7. Parlamentarische Beschwerdekommission

Errichtung einer parlamentarischen Beschwerdekommission zur Entgegennahme aller sich aus der Nichteinhaltung der vorstehend beantragten Normen ergebenden Beschwerden.“

 

Dr. Czech m. p. Dr. Spina m. p. Zajicek m. p.

Fundstelle für das Memorandum: J. W. Brügel: Ludwig Czech, Arbeiterführer und Staatsmann. Wien 1960, S. 191 ff.

* * *

Aus WITIKOBRIEF, Mai 2018

 

J.Š.13.5.2018

1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
Share
Přidat komentář