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„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


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In der vergangenen Woche wurden in Dobrenz drei weitere Schädel von deutschen Zivilsten entdeckt. Dabei gibt es in Tschechien hunderte von Massengräbern mit Opfern der Gewalttaten der  Nachkriegszeit.  Wird es  am Ende überall Exhumierungen geben?

Die Medien, die Historiker und auch die Lehrstoffunterlagen für Lehrer geben immer die gleichen Informationen heraus, nämlich dass in Postelberg  im Jahr 1945, 763 deutsche Zivilisten hingerichtet wurden.  Die Exhumierung aus dem Jahre 1947 bestätigte diese Opferzahl, ebenso die neuen Untersuchungen anhand von Archivalien nach 1989. „Die Quellen aber beweisen, dass die Untersuchungen in 1947 vorzeitig beendet worden sind. Es hätten zwei weitere Tage genügt, und es wären die Überreste von etwa weiteren 300 Hingerichteten entdeckt worden“, sagt der seit 1995 in Tschechien lebende Schweizer Historiker Adrian von Arburg. Er unterrichtet an der Masaryk Universtät in Brünn und mit seinem Kollegen Tomas Stanek arbeitet er zusammen an einer einzigartigen Edition von Dokumentationen über die  Nachkriegzeitverbrechen an den Deutschen.

Die neue Exhumierung in Postelberg würde sich also im Rahmen der offiziellen Statistik bewegen.  Ich will damit aber nicht empfehlen, gleich alle Gräber mit deutschen Opfern auszugraben. Von solchen, wo mehr als zehn Menschen begraben sind gibt es mindestens hundert . Das ist eine Arbeit für fünfzig Jahre“, meint Arburg. Wahllos nennen wir die Gräber in Mährisch Kromau, Eibenschütz, Budweis und Ostrau. Die Archive beweisen zum Beispiel, dass in Gräbern im Kreis Ostrau  231 deutsche Zivilisten liegen. Voriges Jahr wurde eine Strafanzeige gegen Unbekannt aufgegeben. Die Polizei hat zwar die Anzahl der Opfer bestätigt, sie hielt aber die Exhumierung für unnötig, weil die Täter des Verbrechers, die schon im Jahr 1947 bekannt waren, bereits verstorben sind. „Die Polizei hat wenigsten bestätigt, dass das Grab existiert und das hat für uns eine große  Bedeutung“, sagt Hans Mattis, der Präsident eines deutschen Vereines im Ostrau Gebiet.

Dennoch, in Dobrenz, hat die Polizei mit Ausgrabungen begonnen. Hat das aber einen Effekt? Das Wichtigste für die Untersuchung sind die Zeugen von denen es nach fast 70 Jahren nur noch wenige gibt. Darüber hinaus haben die Funde allein für Kriminalisten keine große Bedeutung. „Auf den Knochen waren keine Gewaltspuren  sichtbar“, meint der Untersuchungsbeauftragte  Michal Laska.

Nach Arburg haben die Ausgraben von Überresten aber dennoch eine Bedeutung, wenn auch nicht in kriminalistischer Hinsicht. Er meint: „Solange die Öffentlichkeit keine Beweise sieht, glaubt sie einfach nichts. In diesem Fall sind es die Überreste aus einem Grab“ und er fügt hinzu: „Anhand der Überreste ist es möglich zu bestimmen wie viel Opfer erschossen, aufgehängt,  oder auf andere Art gefoltert wurden“. Es ist nämlich bekannt, dass die Ostrauer Opfer mit elektrischem Strom gefoltert und mit Ziegelsteinen erschlagen wurden.

Über die tschechischen Opfer der Nazi-Greueltaten wurden hunderte von Büchern geschrieben, ihre Gräber sind erforscht und werden in Ordnung gehalten. Genauso ist man im Kommunismus mit Opfern unter der Roten Armee umgegangen und man hat sie nach 1989 exhumiert und begraben, auch die deutschen Soldaten, die auf unserem Gebiet gefallen sind. Das Aufdecken der tschechischen Gewaltverbrechen nach dem 8. Mai 1945 stößt immer noch auf Widerstand und gefällt manchen Politikern, einschließlich des Präsidenten, nicht. „Dabei besteht hier ein großes Missverhältnis, was die Anzahl der Fachpublikationen betrifft, die sich den Opfern der Nazizeit  widmen und der  Anzahl von historischen Studien über die Exzesse der Nachkriegszeit“, sagt Arburg.

Ivan Motýl

 

Erschienen in der Zeitschrift TÝDEN, 22/2011, am 30.Mai 2011

 

 

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