Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

Strojový překlad

Kalendář událostí

ne čvn 16 @13:00 -
Přerov: 79. výročí masakru na Švédských šancích
pá čvn 21 @20:00 -
Žebrák: 70 let hvězdárny
so čvn 22 @08:00 -
5. HUDLICEFEST 2024
po čvn 24 @09:00 -
KS Zlín: Vražda ve Slopném
st čvn 26 @13:00 -
ODROČENO: OS Břeclav: Vražda dvou Rakušanů

Nejnovější komentáře

  • 13.06.2024 12:29
    „Žádné morální zábrany“. Spekulanti útočí na majitele podílů ...

    Read more...

     
  • 10.06.2024 16:07
    Půlroční angažmá se po návratu domů vydávalo za velký úspěch ...

    Read more...

     
  • 08.06.2024 14:56
    Tolik k „úžasné práci Covida“ Berseta, bezcharakterníh o ...

    Read more...

     
  • 08.06.2024 14:50
    Soviel zum "wunderbaren Covid-Job" des Charakterlumpen Berset ...

    Read more...

     
  • 07.06.2024 09:38
    Masakr práva ve Zlíně pokračuje a organizovaný zločin kvete.

    Read more...

     
  • 05.06.2024 19:53
    Fialova vláda prohrála soud s whistleblowerem , jemuž zrušila ...

    Read more...


Portál sinagl.cz byl vybrán do projektu WebArchiv

logo2
Ctění čtenáři, rádi bychom vám oznámili, že váš oblíbený portál byl vyhodnocen jako kvalitní zdroj informací a stránky byly zařazeny Národní knihovnou ČR do archivu webových stránek v rámci projektu WebArchiv.

Citát dne

Karel Havlíček Borovský
26. června r. 1850

KOMUNISMUS znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž, aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. Bez všelikých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.

 


SVOBODA  NENÍ  ZADARMO

„Lepší je být zbytečně vyzbrojen než beze zbraní bezmocný.“

Díky za dosavadní finanční podporu mé činnosti.

Po založení SODALES SOLONIS o.s., uvítáme podporu na číslo konta:
Raiffeisen Bank - 68689/5500
IBAN CZ 6555 0000000000000 68689
SWIFT: RZBCCZPP
Jan Šinágl,
předseda SODALES SOLONIS o.s.

Login Form

Preisgekrönte tschechische Autorin Radka Denemarkova lebt mit dem Risiko der Nestbeschmutzerin

VOLKSBLATT: Frau Denemarkova, Sie stellen in Ihrem Buch „Ein herrlicher Flecken Erde“ das Schicksal der deutschsprachigen Jüdin Gita Lautschmannova dar, welche erst von Nationalsozialisten ins KZ gesteckt, dann nach dem Krieg in der Tschechoslowakei als deutsche Kollaborateurin angefeindet wurde. Welche Botschaft wollen Sie damit transportieren?

RADKA DENEMARKOVA: Meine Romane sind Gleichnisse für die Auseinandersetzung mit der Geschichte meines Landes. Ein Versuch, sich mit etwas auseinanderzusetzen, womit man sich hierzulande nicht auseinandersetzen kann. Die Tür zu einer nackten Geschichte zu öffnen, dem Drama seine Kraft zurück zu geben. „Die Wahrheit sagen und nicht nur die Wirklichkeit abbilden“.

Fällt es leichter, für das Leid einer Deutschen Verständnis zu finden, wenn diese auch Jüdin ist?

Gita Lauschmannova aus der assimilierten Familie ist immer wieder einige Schritte hinter der Geschichte. Sie wusste gar nicht, dass sie die Jüdin ist —und auf einmal ist sie im KZ. Sie möchte nach Hause zurück und auf einmal ist es schlecht, dass sie deutsch spricht. Ich wollte da die Modellsituation zeigen, welche sich leider immer wieder in der menschlichen Gesellschaft wiederholt: die Menschen, die Minderwertigkeitskomplexe haben, finden immer wieder ihre Opfer.

Im tschechischen Keller viel gefunden

Sie haben einmal gesagt, „Ich möchte die Leichen, die wir im Keller haben, nehmen und durchleuchten". Was haben Sie im tschechischen Keller gefunden?

Vieles habe ich leider im tschechischen Keller gefunden. Die Atmosphäre der hiesigen Geschichtsverdrängung wird bis heute von populistischen tschechischen Politikern als Schreckgespenst benutzt. Außerdem bereitete die wilde Vertreibung (der Sudetendeutschen, Anm.) anderen furchtbaren Geschehnissen den Boden.

Auf einmal musste ich Angst haben

Wie ergeht es Ihnen als Nestbeschmutzerin?

Ich bin inzwischen schon damit einverstanden, dass ich eine fast gefährliche Arbeit mache. Aber ich kann nicht anders. Es geht doch darum, alles mit der Wahrheit zu benennen. Am stärksten habe ich den Hass am Anfang erlebt. Es war absurd. Ich habe eine hoch stilisierte, fiktive Geschichte geschrieben. Es handelt sich doch „nur" um die Literatur. Und auf einmal musste ich privat Angst haben. Zuerst vor den Briefen, die ich von der Skinhead-Bewegung erhalten habe: sie meinten, dass ich die Jüdin bin. Ich musste meine E-mail-Adresse wechseln. Dann haben mich die Menschen aus der „Bewegung der nationalen Befreiung“ beleidigt, dass ich da für die Nazis schriebe, anstatt den Opfern des Zweiten Weltkriegs das Interesse zu widmen.

Leider hat sich nichts geändert

In Tschechien gibt es aber immer mehr Bücher, Dokumentationen oder Spielfilme zur Nachkriegsgeschichte — und Medien, die sich damit auseinandersetzen. Ist das nicht ein grundlegender Wandel?

Ja, aber es ist die Oberfläche. Ein ernsthaftes Thema ist es für Intellektuelle, Historiker und Künstler. Leider hat sich in der Gesellschaft nichts geändert, da kann man dieses Thema der Sudetendeutschen immer wieder als populistisches Mittel benutzen. Es geht immer wieder um die primitive Angst — und um Eigentum. Die tschechische Gesellschaft ist krank. Und nicht nur das. Sie lehnt es ab, sich behandeln zu lassen. Seit Jahrzehnten leben wir mit der gefälschten Geschichte, und solange diese Wirrnis nicht aufgelöst wird, sind wir nicht wirklich frei. Wir leben in einem tragischen Land, in dem sich die Menschen nach Vergessen sehnen, und in ihrer Sehnsucht von der zeitgenössischen Kunst unterstützt werden.

Die Tschechen möchten nur Opfer sein

Österreich musste aus dem Bekenntnis zu den dunklen Kapiteln der eigenen Geschichte auch Konsequenzen ziehen. Wird es in Tschechien jemals dazu kommen?

In unserer Jugend liegt keine Hoffnung, sie wächst in einer Atmosphäre auf, in der seit Generationen Halbwahrheiten und Vorurteile weitergegeben werden. Wusste Vaclav Havel denn 1989 nicht, dass seine Vorstellung, bei Null anzufangen und einen dicken Strich unter die Vergangenheit zu ziehen, das Gleiche heißt, wie die Vergangenheit unter den Teppich zu kehren, wo sie bis heute weiter gären kann? Das ganze 20. Jahrhundert wurde vom Tisch gewischt. Die Tschechen möchten nur die Opfer sein.

http://www.volksblatt.at/index.php?id=71577&MP=61-157

1 1 1 1 1 1 1 1 1 1
Share

Komentovat články mohou pouze registrovaní uživatelé; prosím, zaregistrujte se (v levém sloupci zcela dole)