Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

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Citát dne

Karel Havlíček Borovský
26. června r. 1850

KOMUNISMUS znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž, aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. Bez všelikých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.

 


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„Lepší je být zbytečně vyzbrojen než beze zbraní bezmocný.“

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Jan Šinágl,
předseda SODALES SOLONIS o.s.

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Praha pacienti kveten 1945Václav Havel: „...Grundvoraussetzung für die wirkliche Freundschaft unserer Völker (ist) die Wahrheit. Praha zena kveten 1945Wie hart auch immer, soll sie doch gesagt werden.“

***

Alle Welt debattiert übers Klima, den Elektroantrieb oder die richtige Covid-Impfung - mehr oder weniger sinnvoll. Stiller wird es bei anderen Themen, auch wenn sie sich jähren. Ludek Pachmann war vor 76 Jahren dabei, als sich z.B. in den Straßen Prags sozusagen die Hölle auftat. Dabei hat er die angehängten Beobachtungen notiert. Damit Sie seine Notizen gegebenenfalls auch an Tschechisch Sprechende weitergeben können, haben wir heute die Übersetzung beigefügt.  

 

Mit freundlichen Grüßen

Gerolf Fritsche

4.5.2021

***

PAMO – zeitgeschichtliches Dokument - 28 -

Pädagogischer Arbeitskreis Mittel- und Osteuropa, Gerolf Fritsche, Oppelner Str.8, 63071 Offenbach,

069-853994, Tato e-mailová adresa je chráněna před spamboty. Pro její zobrazení musíte mít povolen Javascript.

 ***

Prag, Mai 1945: Die Furien der Hölle, hier waren sie losgelassen

Praha zeny kveten 1945Ludek Pachmann war internationaler Schachgroßmeister. 1945, als er das erlebte, wovon er unten in seiner Zeitzeugennotiz berichtet, war er selbst überzeugter Jungkommunist und glaubte daran, mit sozialistischen Ideen nach dem Untergang des NS-Regimes eine neue bessere Tschechoslowakei mitaufbauen zu können. In diesen Tagen (2013) leben noch Personen, die vom Westen wie in der CR selbst beobachten konnten, wie das misslang.

Es gehörte zu den besonderen Qualitäten der Persönlichkeit Ludek Pachmanns, dass er nicht im Irrtum verharrte, sobald er ihn erkannte. Er revidierte Ansichten, wenn sie sich als falsch herausgestellt hatten und richtete sich nicht im Sozialismus ein. Das erforderte Mut; denn das hieß, persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Dieser Mut brachte ihn folgerichtig in Gegensatz zum Regime nach dem Prager Frühling. Anfang der 1970er Jahre konnte er sich in die Emigration in die Bundesrepublik retten. Aus dieser Zeit stammt der untenstehende Bericht. Wir drucken ihn natürlich auch deshalb hier ab, weil wir Ludek Pachmann  für glaubwürdig halten.

Er bietet einen Blick in die Hölle, die allerdings sehr Teil unserer Welt ist. Wir bieten diesen Blick hier u.a. auch wegen des Resümees, das Ludek Pachmann im letzten Absatz für sich selbst zieht: Verständigung erfordert das vorbehaltlose Bekenntnis zu dem, was war. Mit diesem didaktischen Ansatz bieten wir dieses Zeitdokument in der Reihe „Verständigung“ an, in die bereits die Dokumente 13 und 27 gehören. Vaclav Havel hat gleiche Gedanken am Anfang seiner Präsidentschaft (17.3.1990) zu Bundespräsident Weizäcker am Hradschin in die Worte gefasst: „...Grundvoraussetzung für die wirkliche Freundschaft unserer Völker (ist) die Wahrheit. Wie hart auch immer, soll sie doch gesagt werden.“

Ludek Pachmann berichtet:

Praha povrazdeni kveten 1945Wenn es die Hölle auf Erden gibt, dann gab es sie nach dem 5. Mai 1945 in Prag. An den Straßenkandelabern meiner geliebten Stadt hingen an den Füßen aufgeknüpfte SS-Männer als menschliche Fackeln. Vom KopfSDL D Stati hinauf brennend, umgeben von lachendem, sich daran ergötzendem Pöbel, der sich jetzt für die begangenen Untaten der Deutschen rächen wollte. Bewaffnete Banditen, die sich „Partisanen“ nannten, holten willkürlich deutsche Mitbürger aus ihren Häusern.

An der Einmündung zur Wassergasse hingen drei nackte Leichen, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, die Zähne restlos herausgeschlagen, der Mund nur noch ein blutiges Loch. Andere Deutsche mussten ihre toten Landsleute in die Stefansgasse schleifen. „To jsou přece vaši bratři, ted' je políbejte!“ — „Das sind doch eure Brüder, küsst sie.“ Und so mussten die noch lebenden Deutschen mit zusammengepressten Lippen die Toten küssen. Greise, Frauen, Kinder wurden verstümmelt, totgeprügelt. Vergewaltigungen, barbarische Grausamkeiten, Schreckens-Furien der Hölle. Hier waren sie losgelassen.

Ich berichte über dieses schreckliche Geschehen nicht, um die Menschen meiner Heimat anzuschwärzen. Ich berichte, weil ich davon überzeugt bin, dass es zu einer wahren Völkerverständigung nur dann kommen kann, wenn sich beide Seiten vorbehaltlos zu dem bekennen, was war. Es gibt kein Land, in dem nur Teufel oder Engel leben.

Ich habe es selbst erlebt!              

Ludek Pachmann

Quelle: „Hör zu, Nr. 45 vom 5.11.1982, Seite 24

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J.Š. 5.5.2021

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Praha v květnu 1945: Furie Pekla, zde je vypustili

Schreie aus der Hölle ungehört

 

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