Jan Šinágl angažovaný občan, nezávislý publicista

   

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„Komunismus znamená v pravém a úplném smyslu bludné učení, že nikdo nemá míti žádné jmění, nýbrž aby všechno bylo společné, a každý dostával jenom část zaslouženou a potřebnou k jeho výživě. – Bez všelijakých důkazů a výkladů vidí tedy hned na první pohled každý, že takové učení jest nanejvýš bláznovské, a že se mohlo jen vyrojiti z hlav několika pomatených lidí, kteří by vždy z člověka chtěli učiniti něco buď lepšího neb horšího, ale vždy něco jiného než je člověk.“

Karel Havlíček Borovský ve svém časopise „SLOVAN“ 26.7.1850


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Jan Šinágl,
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Smolensk 100410Vor acht Jahren kam Polens Präsident Lech Kaczyński bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Wie aus einem Unfall ein Mord, aus einem Mord ein Mythos und aus einem Mythos Politik wurde.

... Acht Jahre sind vergangen, seit am 10. April 2010 morgens um 8.41 Uhr polni­scher Zeit im westrussischen Smolensk eine Tupolew Tu-154 abstürzte, die in Warschau gestartet war. 96 Menschen starben, die »Blüte der polnischen Nati­on«, hieß es. Unter den Opfern waren: der Präsident der polnischen Zentralbank, die Fraktionsvorsitzenden der beiden großen Parteien, mehrere Generäle, Senatoren, der stellvertretende Außenminister. Und Lech Kaczyriski, der Präsident der Republik, mit seiner Frau Maria, Jaroslaws Bruder.

... Wenige Tage nach dem Absturz meldete sich ein Anwalt bei Piotr Walentynowicz. Er bot ihm an, die Familie zu vertreten, ohne Honorar. Walentynowicz nahm die Hilfe gern in Anspruch. Sein Vater hatte den Leichnam seiner Mutter in Russland identifiziert, in Danzig war sie bestattet worden. An der Seite ihres Mannes, so wie sie es selbst gewünscht hatte. Aber der Enkel begann zu zwei­feln, es gab viele Gerüchte: War bei der Bestattung alles mit rechten Dingen zu­gegangen? Die Russen hatten die Toten eingesargt. Zwei Jahre nach dem Absturz erstritt Piotr Walentynowicz mithilfe des Anwalts Einsicht in den Obduktionsbe­richt, dort stand etwas von einer Gebärmutter. »Aber die Gebärmutter war mei­ner Großmutter vor Jahren entfernt worden.« Die Familie klagte, die Staatsan­waltschaft ordnete eine Exhumierung an. Als Piotr Walentynowicz in den geöff­neten Sarg blickte, sah er: Die Leichenteile waren offensichtlich vertauscht wor­den. »In dem Sarg lag auch kein Rosenkranz, wie der Pfarrer es uns versprochen hatte.« Seine Zweifel wuchsen.

… In Smolensk starb eben nicht nur der polnische Präsident, sondern auch eine Frau wie Anna Walentynowicz, die den Stolz und die Geschichte des Landes ver­körperte wie kaum eine zweite. Eine solche Tragödie hätte jedes Land zutiefst er­schüttert. In Polen fiel sie auf besonders fruchtbaren Boden.

... Bereits auf dem Rückweg nach Warschau am selben Abend »hatte ich Zweifel«, sagt er. Seitdem lässt er keine Gelegenheit aus, diese Zweifel öffentlich zü formulieren und zu verstärken. War­um haben die Russen das Wrack der Maschine nicht herausgegeben? Warum hat die polnische Regierung nach dem Absturz fünf Tage lang gewartet, bis sie eine eigene Untersuchung in Auftrag gegeben hat? Warum taucht das Wort »Explosi­on« in deren Abschlussbericht nicht auf? Wie konnte es passieren, dass Leichen­teile vertauscht wurden?

Macierewicz stellt immer wieder dieselben Fragen, immer wieder legt er dieselben Fährten. Eine dieser Fährten ist die Sache mit der Explosion. Auf einer Auf­nahme, die sich im Internet findet, kann man hören, wie Lasek und seine Exper­ten über ihren Abschlussbericht diskutieren. Ein Gutachten hatte Satellitenbil­der der Unfallstelle analysiert und Brandflecken mit möglichen Explosionen in Verbindung gebracht. Der Vorsitzende der Kommission, Jerzy Miller, plädiert ausweislich des Tonbands dafür, das Wort »Explosionen« zu vermeiden, es sei kein »schönes Wort«. Für Lasek ist die Formulierung eine Frage der Präzision, da die Brandflecken erst nach dem Absturz durch verbrennenden Treibstoff ent­standen. Für Macierewicz ist die Aufnahme ein Beleg dafür, dass Lasek und Mil­ler etwas verbergen wollen.

…Maciej Lasek hatte in seinem Abschlussbericht ausdrücklich festgehalten, bei den Untersuchungen in Russland seien »keine Spuren einer Sprengstoffdetona­tion« gefunden worden. Macierewicz behauptet dennoch, er habe »Beweise«, dass eine Explosion stattgefunden habe: Ein »international anerkannter Exper­te«, der Brite Frank Taylor, hat im Auftrag der neuen Kommission verschiedene Experimente durchgeführt, deren Ergebnisse eine solche nahelegen. Taylor hatte keinen Zugang zur Unfallstelle, auf Anfrage ist er nicht zu sprechen. Andere Fachleute zweifeln an dessen Expertise. Das polnische Verteidigungsministerium hat dennoch eine Dokumentation veröffentlicht, die den Absturz genau sodarstellt: als Folge einer Explosion. Auch ein Spielfilm, der vor zwei Jahren in den polnischen Kinos gezeigt wurde, macht sich diese Version zu eigen: Er zeigt, wie die Tupolew noch in der Luft auseinanderbricht.

Die Dokumentation des Ministeriums geht sogar noch weiter. Der »wahrschein­lichste Grund für die Explosion«, heißt es dort, sei »eine thermobarische La­dung«. Gemeint ist: eine Bombe.

Am Abend nach dem Treffen mit Macierewicz schickt seine Mitarbeiterin noch eine Mail: Macierewicz weist darin auf Ausfälle innerhalb des Flugzeugs hin, die noch vor dem Absturz registriert worden seien. »Nur eine gewaltige Kraft hätte solche gewaltigen Schäden verursachen können«, sagt er.

Die vielen Fragen, die wiederholten Zweifel, die Bilder und Filme, sie zeigen Wir­kung: Laut Umfragen glaubt jeder fünfte Pole, dass der Absturz ein Anschlag war. Das scheinen zunächst gar nicht so viele zu sein. Aber der Glaube dieser 20 Pro­zent ist um ein Vielfaches stärker als der der übrigen Polen. Sie stellen den Kern der PiS-Anhänger. Ein weiteres Drittel der Polen gibt an, nicht sicher zu sein, was in Smolensk geschehen sei.

... Nicht einmal der Kommunismus habe das Land so sehr gespalten wie die Aus­einandersetzung um Smolensk, sagt Maciej Lasek. Und seufzt: »Ich habe sieben Jahre meines Lebens verschwendet.« Kein Wort in seinem Bericht würde er heute ändern, »aber ich habe die Kraft von Verschwörungstheorien unterschätzt«.

Es gibt zwei Wege, die in der Politik zur Wahrheit führen. Man kann die Wahrheit finden, indem man Fakten sammelt. Und man kann eine Wahrheit schaffen, in­dem man Zweifel sät.

... 2018 Seit dem Tod seines Bruders trägt Jaroslaw Kaczynski nur Schwarz. Einmal im Monat gedenken er und seine Anhänger der Opfer des Flugzeugabsturzes

 

Von Olivia Kortas

 

Der ganze Artikel:

http://www.zeit.de/2018/15/flugzeugabsturz-smolensk-polen-lech-kaczynski-mythos

 

J.Š. 14.4.2018

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